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RLP

04.07.2012

Fachtagung: Kriegsgefangenenlager 1939 – 1950 – Kriegsgefangenschaft als Thema der Gedenkarbeit

Freitag, 17. August 2012, 9.30 - 18.30 Uhr, Gedenkstätte KZ Osthofen

Die gegenwärtige Situation an Erinnerungsstätten zu ehemaligen alliierten Kriegsgefangenenlagern, in denen deutsche Soldaten kurz vor oder nach Ende des Zweiten Weltkrieges eingeliefert wurden, ist zunehmend geprägt durch rechtsextremistische Aktionen an Gedenktagen wie dem Volkstrauertag oder dem Totensonntag. Zudem wird das Thema „Rheinwiesenlager“ von rechtsextremer Seite bewusst ohne den historischen Gesamtzusammenhang mit dem von NS-Deutschland verursachten Zweiten Weltkrieg und ohne Beachtung der Verbrechen der NS-Diktatur in den Jahren 1933 bis 1945 erörtert. Kriegsgefangene wurden während des Krieges auf beiden Seiten der Fronten gemacht. Das Schicksal der Kriegsgefangenen hing jeweils vom Stand der kriegerischen Auseinandersetzungen, den Umständen im Land der Gefangenschaft und nach Ende des Krieges auch von den Folgen der NS-Barbarei ab. Die Behandlung alliierter Kriegsgefangener in Deutschland war gekennzeichnet durch die nationalsozialistische, rassenideologische Unterscheidung von Häftlingsgruppen. Etwa 3,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene kamen infolge dieser Behandlung als „Untermenschen“ in deutscher Kriegsgefangenschaft um. 

Die Landeszentrale für politische Bildung möchte daher einige Aspekte des Themas Kriegsgefangenschaft im Rahmen einer wissenschaftlichen Fachtagung in der Gedenkstätte KZ Osthofen in einem ersten Schritt aufarbeiten. Wie, nach welchen Kriterien und mit welchen Absichten wurden alliierte Kriegsgefangene in deutschen Gefangenenlagern bis zum Kriegsende behandelt? Es soll aber erstmals auch verstärkt in den Blickpunkt gerückt werden, wie und nach welchen Kriterien deutsche Soldaten kurz vor und nach Kriegsende in Gefangenschaft gehalten wurden. Welche Zustände herrschten in den NSKriegsgefangenenlagern und welche in den sog. „Rheinwiesenlagern“, die auf heute rheinland-pfälzischem Boden von den amerikanischen und dann von den französischen Streitkräften betrieben worden sind? Wie wird heute an Standorten ehemaliger Kriegsgefangenenlager an die Hintergründe ihrer Entstehung und an die in diesen Lagern zu Tode gekommenen Soldaten erinnert? Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse liegen über die Lager vor, wo gibt es Forschungsbedarf? Zu diesen und weiteren Fragen will die Tagung eine erste Bestandsaufnahme machen. In Anbetracht der beschränkten Kapazitäten der Gedenkstätte müssen wir Sie bitten, sich schriftlich um eine Teilnahme mit dem dem Programmflyer beigefügten Anmeldeformular zu bewerben.

Programmflyer mit Anmeldeformular (.pdf/137KB)