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RLP

02.06.2015

Erzählcafé zu Elisabeth Darapsky

Am Freitag, 13. November 2015, 16 Uhr in der Gedenkstätte KZ Osthofen. Es berichtet Christian Vogel

Die am 3. November 1913 in Mainz geborene Elisabeth Darapsky stammte aus einer tiefgläubigen katholischen Familie. Auch durch den frühen Tod des Vaters war sie sehr eng mit ihrem acht Jahre älteren Bruder Emil verbunden, der ihr auch in vielen geistigen Dingen als Vorbild galt. Die promovierte Historikern Elisabeth Darapsky arbeitete ab April 1939 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Mainzer Stadtarchiv. Als sie 1942 verbeamtet werden sollte, verweigerte der Kreisleiter der NSDAP seine Zustimmung. Er begründete dies mit ihrer starken kirchlichen Einbindung und damit, dass sie „weltanschaulich in keiner Weise gefestigt“ sei.In Briefen an ihren Bruder, der aus gesundheitlichen Gründen aus der Wehrmacht entlassen und als Lehrer in Wöllstein tätig war, äußerte sich sie offen negativ über den Krieg. Einige Briefe gelangten in die Hände der Gestapo. Dies führte zur Verhaftung von Elisabeth und Emil Darapsky im Herbst 1943. Nach drei Monaten Untersuchungshaft im Polizeigefängnis Mainz, wurden sie mit zwei anderen in Wöllstein inhaftierten nach Berlin überführt, wo sie vorm Volksgericht wegen „Wehrkraftzersetzung“ ange-klagt wurden. Ihr Bruder Emil wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet, Elisabeth Darapsky zu fünf Jahren Zuchthaus und Ehrverlust verurteilt, die sie bis zur Befreiung der Alliierten in Berlin verbüßte. Nach Kriegsende kehrte sie nach Mainz zurück und wurde im Juni 1945 wieder im Stadtarchiv Mainz eingestellt, verbeamtet und zur Archivrätin ernannt. Sie war dort bis zu ihrer Pensionierung 1976 engagiert tätig und führte ihre Forschungstätigkeit bis zur ihrem Tod am 30. Juli 1998 weiter.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, Erinnerungen und überlieferte Geschichten zum Thema einzubringen. Reger Austausch bei gemütlicher Kaffeerunde ist ausdrücklich gewünscht.

Das Erzählcafé beginnt um 16.00 Uhr. Ab 15.00 Uhr besteht die Möglichkeit an einer Führung zur Geschichte des Konzentrationslagers und der Gedenkstätte Osthofen teilzunehmen.

Veranstalter: Förderverein Projekt Osthofen e.V., Frauenbüro des Landkreises Alzey-Worms

Informationen und Anmeldung: Ramona Dehoff, info@projektosthofen-gedenkstaette.de, Tel. 06242-910825

 

Abbildung: Linolschnitt von Thilo Weckmüller (Werkstatt uah! Mainz); Ausstellungsprojekt "Trotz Alledem! Ein Porträt des Widerstandes im Rhein-Main-Gebiet"www.uah.de oder www.widerstand-portrait.de