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16.03.2011

Wettbewerb "Jugend debattiert" in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert

"Jugend debattiert" feiert zehnten Geburtstag. Bereits zum vierten Mal hat der Regionalwettbewerb in der KZ-Gedenkstätte Hinzert stattgefunden. Passende Themen zu diesem besonderen Ort werden beim verbalen Wettstreit immer vom Kultusministerium und der Landeszentrale für Politische Bildung ausgewählt.

Lisa Weglinski, Leandro Worst, André Lukas und Sarah Eiden (von links) sind die lokalen Sieger des Debattierwettbewerbes. TV- Foto: Herbert Thormeyer

Rund 100 Schüler der Gymnasien in Idar-Oberstein, Saarburg und Hermeskeil sowie der Berufsbildenden Schule Gewerbe und Technik in Trier und der Integrierten Gesamtschule Morbach haben am Wettbewerb "Jugend debattiert" des Kultusministeriums in der KZ-Gedenkstätte Hinzert teilgenommen.  "Hier treten die Schulsieger dieses Wettbewerbes an", erklärt der Regionalkoordinator, Stefan Philippi, dem TV. Die Themen des Kultusministeriums und der Landeszentrale für Politische Bildung werden zehn Tage zuvor bekannt gegeben. Ob man pro oder kontra ist, wird erst im Wettbewerb verraten. "Eine detaillierte Vorbereitung ist notwendig, damit das hier keine Stammtischdebatte wird", so Philippi.  Wichtig ist, den Inhalt der Thematik so zu erklären, dass das Publikum klüger wird. "Rechthaber sind hier fehl am Platz", sagt der Regionalkoordinator.  Thema der Schüler aus den achten bis zehnten Klassen war die Frage: Soll der 5. August als Gedenktag für Heimatvertriebene eingeführt werden? Hier siegten Leandro Worst (16) vom Gymnasium An der Heinzenwies in Idar- Oberstein und André Lukas (14) vom Gymnasium Hermeskeil. "Man musste sich in die Sache richtig reindenken", erklärte André seine Zeit der Vorbereitung. Wie er hat sich auch Leandro erst mal im Internet schlau gemacht und stellt klar: "Argumente pauken bringt gar nichts." Es müsse immer klar werden, dass man hinter seiner Argumentation steht, auch wenn es nicht die eigene Meinung ist.  
Diskussion um Symbole des Nationalsozialismus
Die Schüler aus den elften bis dreizehnten Klassen debattierten darüber, ob ein Verbot nationalsozialistischer Symbole noch zeitgemäß ist.   Hier holten Lisa Weglinski (18) vom Gymnasium An der Heinzenwies in Idar- Oberstein und Sarah Eiden (17) vom Gymnasium Hermeskeil die meisten Punkte. Lisa sagt: "Ich war schon mal im Finale. Diesmal war das Thema moralisch schwer zu vertreten."   Leichter hatte es Sarah: "Es ist einfacher, wenn die Argumentation mit der persönlichen Einstellung identisch ist." Sie hatte in der Vorbereitung auch mit Zeitzeugen gesprochen.   Mitte April vertreten die vier die Region im Landeswettbewerb im Mainzer Landtag. Das Bundesfinale findet Anfang Juli im Auswärtigen Amt in Berlin statt. Als Preise finanzieren Stiftungen Seminare mit professionellen Rhetoriktrainern, damit die Argumente künftig noch geschliffener formuliert werden können.  Den Charme des Wettbewerbes erklärt Stefan Philippi so: "Hier werden Sachfragen geklärt, ohne dass jemand zum Egoisten wird."