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03.03.2010

Wettbewerb "Jugend debattiert" über Gedenkstätten und Stolpersteine

Argumente zählen, nicht recht haben

Katharina Haupenthal, Ronja Gestrich, Lisa Weglinski und Matthias Keidel (oben, von links), sowie Ines Müller, Christine Schwaighofer, Swenja Dreßen und Mathias Kasper (unten, von links) setzen sich gegen rund 100 Mitschüler durch. TV-Foto: Herbert Thorme

An historischer Stätte haben Schüler im Wettbewerb "Jugend debattiert" über Gedenkstätten und Stolpersteine diskutiert. Vier von ihnen qualifizierten sich für den Landesentscheid im Mainzer Landtag.

An historischer Stätte haben Schüler im Wettbewerb "Jugend debattiert" über Gedenkstätten und Stolpersteine diskutiert. Vier von ihnen qualifizierten sich für den Landesentscheid im Mainzer Landtag.

Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft waren im Dokumentationshaus der Gedenkstätte KZ Hinzert gefragt. Um die Fahrkarte zum Landesentscheid in Mainz kämpften im Wettbewerb "Jugend debattiert" zwölf Schüler der Klassen acht bis zehn und elf bis 13 in zwei Altersgruppen.

Wettbewerb begeistert 100 junge Menschen

chon Mitte April debattieren die Besten des Landes im Mainzer Landtag. Im Juni läuft dann der Bundesentscheid in Berlin, wo die Sieger vom Schirmherrn, Bundespräsident Horst Köhler, ausgezeichnet werden. Ausgerichtet wird das bundesweite Projekt von der Hertie-Stiftung aus Frankfurt.  "Der Wettbewerb beginnt zunächst mit Projekten in den Schulen", erklärt Koordinator Stefan Philippi das Prinzip von "Jugend debattiert". Der Sozialkunde- und Religionslehrer freut sich über die rege Teilnahme von Schülern aus sechs Gymnasien, Real- und Berufsbildenden Schulen aus der Region. Insgesamt konnten rund 100 junge Menschen für den Wettbewerb begeistert werden. "Dieser Wettbewerb fördert Kompetenzen, die vom Lehrplan meist vernachlässigt werden", stellt Philippi fest. Es gehe beim Diskutieren nicht ums recht haben, sondern darum, Argumente gesittet auszutauschen. Bereits vor den Sommerferien haben die Schüler mit dem Training begonnen. Die Jury aus Eltern, Lehrern und Schülern unter dem Vorsitz von Gedenkstättenleiterin Beate Welter hörte beim Wettstreit in Hinzert genau zu, wie die jungen Leute das Für und Wider der beiden Themenfelder "Werbung für Gedenkstätten" und "Stolpersteine ja oder nein", darstellten.  "Mal übt man Pro, mal Kontra", weiß Teilnehmerin Lisa Weglinski (17) vom Heinzenwies-Gymnasium in Idar- Oberstein. Grundsätzlich müsse man sich in jeden Aspekt der Materie einarbeiten. 

Streitkultur als Lernziel

Lisa überzeugte die Jury und vertritt nun die Region beim Landesentscheid gemeinsam mit Matthias Keidel (16) von der gleichen Schule, der den ersten Platz bei der "Stolperstein"-Diskussion der Klassenstufen 11 bis 13 belegte. "Du musst deine Argumente gut im Kopf haben und immer kompetent auf die Argumente der Gegenseite reagieren", erklärt er. Zwar konnten sich Ronja Ges trich (18) und Katharina Haupenthal (16) vom Gymnasium Hermeskeil nicht für Mainz qualifizieren. Doch auch für diese beiden stehen "These, Antithese, Synthese" in der Streitkultur an erster Stelle. Aus den Klassen acht bis zehn fahren Ines Müller (17) und Christiane Schwaighofer (16) vom Gymnasium Heinzenwies in Idar-Oberstein nach Mainz. Die beiden setzten sich beim Wortgefecht gegen ihre Kontrahenten Swenja Dreßen (16) vom Göttenbach-Gymnasium Idar-Oberstein und Mathias Kasper vom Gymnasium in Hermeskeil durch.