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RLP

29.09.2015

„Jeder Tag dort war die Unendlichkeit“ - Frauen im KZ, Internierungs- oder Straflager

Bericht zur Fachtagung vom Freitag, 13. November 2015 in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/ KZ Hinzert

Prof. Mechtild Gilzmer, Universität des Saarlandes, Saarbrücken; Foto: © LpB

Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück; Foto: © LpB

Laura Müller, Angewandte Kulturwissenschaften der Universität des Saarlandes; Foto: © LpB

Lena Haase, Universität; Trier Foto: © LpB

Prof. Mechtild Gilzmer, Universität des Saarlandes, Saarbrücken, gab einen Überblick über Internierungslager, die es ab 1939 in Frankreich gab und die ursprünglich für flüchtende Rot Spanienkämpfer aber auch für deutsche Antifaschisten eingerichtet worden waren. In das Lager Rieucros, das im Januar 1939 eingerichtet worden war, wurden ab November 1939 nur noch Frauen interniert. Zu einem späteren Zeitpunkt war auch das Internierungslager Brens ausschließlich für Frauen zuständig.   

Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, befasste sich mit dem bisher in der Forschung noch vernachlässigten ‚Delikts‘ des „verbotenen Umgangs mit Fremdvölkischen“. Rund 3.500 Frauen wurden, weil sie eine damals verbotene Beziehung zu einem Zwangsarbeiter hatten, in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück eingesperrt.

Am Nachmittag standen zwei Vorträge, die sich mit regionalen Aspekten beschäftigten Im Mittelpunkt. Laura Müller hatte für ihre Abschlussarbeit im Fachbereich Angewandte Kulturwissenschaften der Universität des Saarlandes,  Unterlagen des Archivs des Saarlandes zum verbotenen Umgang mit Kriegsgefangenen ausgewertet, dazu gehören die Akten der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken und des Landesentschädigungsamtes.

Lena Haase von der Universität Trier stellte ihre Forschungsergebnisse zum Frauenstraflager Flussbach vor. Sie hatte in den letzten Monaten die Möglichkeit Unterlagen des französischen Archivs in Vincennes, die erst vor kurzem aufgetaucht sind zu sichten. In ihrem Vortrag ging sie auch dem Schicksal der bretonischen Familie Hoscoet nach, deren weibliche Mitglieder in das Frauenstraflager Flussbach und später in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert worden waren, die Männer hatte die deutsche Besatzungsmacht in das SS-Sonderlager Hinzert verschleppt.