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RLP

08.06.2017

Französisches Interesse an der Gedenkarbeit zur NS-Zeit in Cochem, Bruttig und Treis

Die Leiterin der französischen Gedenkstätte zum Konzentrationslager Natzweiler-Struthof im Elsass, Frédérique Neau-Dufour, besichtigte am 2. Juni die ehemaligen Standorte des Außenlagers Bruttig-Treis bei Cochem.

In Begleitung von Uwe Bader und Dr. Albrecht Gill wurden ihr unter kundiger Führung von Guido Pringnitz aus Treis-Karden die noch sichtbaren Überreste des Außenlagers gezeigt. Guido Pringnitz hat kürzlich in seinem Buch „Deckname Zeisig- Dokumentation zum Außenlager Bruttig-Treis“ wieder auf das Lager aufmerksam gemacht hat.

Die eigentliche Produktions- und Arbeitsstätte der KZ-Häftlinge war einer der Tunnel der nie fertiggestellten Eisenbahnlinie südlich der Mosel zwischen Trier und Koblenz. Im Tunnel mussten Häftlinge kriegsnotwendige Gerätschaften für die Firma Bosch herstellen. Nach dem Krieg waren der Tunnel gesprengt und die Tunneleingänge übererdet worden. Dennoch gibt es vereinzelt Überreste des Lagers sowohl im Bereich von Treis als auch in Bruttig. Die damaligen Lagerbaracken wurden zum Teil mit gleichen Materialien erbaut wie sie auch in Natzweiler verwendet wurden. Bei den Ortsterminen ging es darum festzustellen, wo ggfs. künftig Erinnerungszeichen gesetzt werden können, die an das Schicksal der KZ-Häftlinge und deren Hintergründe erinnern.

Frau Neau-Dufour zeigte sich beeindruckt von den noch vorhandenen Relikten und den nun begonnenen dokumentarischen Arbeiten. Sie hofft nun auf eine gute Zusammenarbeit zwischen der Gedenkstätte in Natzweiler und dem Arbeitskreis, der sich unter der Regie der Kreisverwaltung Cochem-Zell gebildet hat, um das Gedenken an das Außenlager und die NS-Zeit voranzubringen.

Foto: Herr Pringnitz zeigt Frau Neau-Dufour beim Rundgang anhand eines Luftbildes ehemalige Lagerstandorte (NS-Dokumentationszentrum RLP)