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13.06.2017

Schüler des diesjährigen BVJ 16 der BBS Prüm besuchen die Gedenkstätte Hinzert

Vergangenheit und doch Gegenwart

Foto: BBS Prüm

Foto: BBS Prüm

Die Welt erlebt derzeit die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Tausende Menschen sind auf der Flucht vor Zerstörung und Krieg - und machen sich auf den Weg nach Europa und Deutschland. Zugleich steigt in Deutschland die Zahl rechtsextremer Taten.

Asylsuchende, Sinti und Roma, Angehörige jüdischer Gemeinden oder äußerlich erkennbarer Minderheiten sind heute häufig Ziel rassistisch motivierter Gewalttaten.

Zur Zeit des Nationalsozialismus gab es zwar in Rheinland-Pfalz gab es zwar keine Vernichtungslager wie Auschwitz, dafür aber Konzentrationslager. Bekannt ist das KZ Hinzert im Landkreis Trier-Saarburg. Die Problematik von Ausgrenzung und Verfolgung ist immer noch aktuell.

Zusammen mit dem Jugendsozialarbeiter des Caritas Verbandes Westeifel, Marc Spiekermann, der Kreisjugendpflegerin des Eifelkreises, Stefanie Fehres, dem Leiter des Hauses der Jugend Prüm, Jochen Pauls und dem Fachpraxislehrer des bebiz Bitburg-Prüm, Friedhelm Rings haben sich der Klassenleiter des BVJ, Jens Höger und die Schulsozialarbeiterin der BBS Prüm, Walfriede Kasel die Schüler des diesjährigen BVJ 16 der BBS Prüm zunächst mit dem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte beschäftigt.

Bei dem einleitenden bekannten KZ – Film: „Das Leben ist schön“ im Haus der Jugend in Prüm hätte man eine Stecknadel fallen gehört. Die Jugendlichen wirkten sehr betroffen von der Tragikomödie am Rande des Zweiten Weltkriegs, in der ein Vater seinem Sohn im Konzentrationslager mit viel Liebe und Phantasie, die schreckliche Wahrheit zu versüßen versuchte.

Als Höhepunkt fand eine Exkursion zum KZ Sonderlager Hinzert statt. Hier führte sie eine junge Masterstudentin durch die Einrichtung und informierte die Jugendlichen in sehr verständlich über die Arbeiten und Geschehnisse im Sonderlager. Am Beispiel des Schicksals eines jungen Mannes erlebten die Jugendlichen sehr eindringlich, welche gravierenden Einschnitte die Verhaftung und anschließende Verschleppung in ein KZ in das Leben eines Menschen bedeutete.

Auch die enge Verknüpfung des KZ Hinzert mit unseren luxemburgischen Nachbarn wurde den Schülern sehr deutlich vor Augen geführt. Gerade die Ablehnung und Vernichtung von vermeintlich "Fremden" in der deutschen Vergangenheit bietet der heutigen Generation die Möglichkeit aus vergangenen Fehlern zu lernen.

Auffallend für alle Begleitpersonen war die eifrige Beteiligung der Schüler und auch deren Betroffenheit. Beim Denkmal der Opfer und Täter fassten sich die Schüler ganz spontan bei den Händen und schwiegen für eine Weile.

In einem Nachtreffen im HDJ in Prüm werden dann die persönlichen Erfahrungen mit dem Projekt ausgetauscht und erklärend besprochen.

Schulsozialarbeit BBS Prüm
i.A. Walfriede Kasel
Dipl. Sozialarbeiterin