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RLP

Frieden, Pierre

Portaitbild; Quelle. NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz

geb. am 28. Oktober 1892 in Mertert, Luxemburg
gest. am 23. Februar 1959 in Zürich, Schweiz

Häftling im KZ Hinzert vom 18. September 1942 bis 4. November 1942

Nach dem Abschluss seines Studiums in Deutschland und der Schweiz war Pierre Frieden ab 1919 als Gymnasiallehrer in Diekirch und  in Luxemburg-Stadt tätig. Ab 1929 leitete er die Luxemburger Nationalbibliothek.

Nach der Besetzung Luxemburgs durch deutsche Truppen durfte er unter Aufsicht eines deutschen Referenten weiterhin die „Landesbibliothek“ in Luxemburg leiten. Er kam in Kontakt mit der Widerstandsgruppe „Lëtzeburger Freihets-Bond“ (LFB) und leistete den Mitgliedern Hilfsdienste.

Aus Protest gegen die Einführung der Wehrpflicht schickte er am 1. September 1942  seine Mitgliedskarte der „Volksdeutschen Bewegung“ an den Landesleiter zurück. Deswegen wurde er am 4. September 1942 von der Gestapo verhaftet und nach einem kurzen Aufenthalt im Gefängnis in Luxemburg-Grund am 18. September 1942 nach Hinzert verbracht. Krankheitshalber wurde er am 4. November 1942 entlassen, stand aber weiterhin unter der Kontrolle der Gestapo.

Nach der Befreiung Luxemburgs wurde Frieden 1944 zunächst Minister für Erziehung, Kultur und Wissenschaften, 1951 übernahm er zudem das Innenministerium. Diese Ämter behielt er bis zu seiner Wahl zum luxemburgischen Ministerpräsidenten am 29. März 1958. Nach einem knappen Jahr im Amt verstarb Frieden im Alter von 66 Jahren.