
Gedenkstätte KZ Osthofen
Begleitveranstaltung zur Sonderausstellung „Die Verleugneten. Opfer des Nationalsozialismus 1933 – 1945 – heute“
Alfons Ludwig Ims, geboren 1949 in Kaiserslautern, spricht über seine im Nationalsozialismus und nach 1945 als „asozial“ stigmatisierte Familie.
Seine Großeltern kamen aus Sankt Alban, sein Vater wurde 1900 in Kaiserslautern geboren. Er hatte in erster Ehe neun Kinder. Nach der Nazi-Ideologie war es aber keine kinderreiche Familie, sondern eine „asoziale Großfamilie“. Die Familie lebte in Armut und unter schwierigen Bedingungen. Statt Hilfe erwartete sie im Nationalsozialismus Zwangsmaßnahmen: Die erste Ehefrau wurde zwangssterilisiert und verstarb. Die Kinder kamen in Heime. Der Vater heiratete erneut. Die zweite Ehefrau und Mutter von Alfons Ludwig Ims kämpfte bis 1951 dafür, dass alle seine Geschwister zur Familie zurückkamen. Darunter war auch eine spätere Bewohnerin von Göllheim. Sie war 1938 zur Fürsorgeerziehung eingewiesen worden. 15-jährig ist sie durch Bombardierung von Frankenthal der Zwangssterilisation entronnen und wurde erst 1946 wieder nach Hause entlassen.
Der studierte Mathematiker Alfons Ludwig Ims war 40 Jahre in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit tätig. Seit 2010 befasst er sich mit den Themen „NS-Euthanasie“, Zwangssterilisation und der „Asozialen“-Politik der Nationalsozialisten. Er engagiert sich dazu in verschiedenen Gremien. Alfons Ludwig Ims hat die Geschichte seiner Familie recherchiert und diese 2022 unter dem Titel „Eine „asoziale“ Pfälzer Familie. Wie in der NS-Zeit aus einem Sozialfall moralische Minderwertigkeit gemacht wurde“ veröffentlicht.
Anmeldung und weitere Informationen unter: info@gedenkstaette-osthofen.lpb.rlp.de
Zur Ausstellung:
Die Bundesrepublik, die DDR und Österreich verweigerten den Betroffenen eine Entschädigung. Ihre Unrechtserfahrungen wurden verleugnet.
Im Februar 2020 entschied der Deutsche Bundestag: „Niemand saß zu Recht in einem Konzentrationslager, auch die als ‚Asoziale’ und ‚Berufsverbrecher’ Verfolgten waren Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft”. Im Zuge dieses Beschlusses beauftragte das Parlament die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg mit der Erstellung einer Ausstellung. Sie stellt eines der wichtigsten erinnerungspolitischen Vorhaben des Jahrzehnts in der Bundesrepublik dar.
Die Sonderausstellung ist vom 22. April bis zum 19. Juni in der Gedenkstätte KZ Osthofen zu sehen.
Weitere Informationen erhalten Sie unter info@gedenkstaette-osthofen.lpb.rlp.de oder unter 06242-910810.
Mittwoch
27.05.2026
18:00 Uhr
Ort: Gedenkstätte KZ Osthofen, Ziegelhüttenweg 38, 67574 Osthofen


Gedenkstätte
SS-Sonderlager/KZ Hinzert
An der Gedenkstätte
D-54421 Hinzert-Pölert